Anmerkungen eines Exoten

1.
selbst in der Volksmusik gilt man als Exot
mei schian, a Zithr!
selten gesehen und noch seltener gehört, weil: zu leise neben der Übermacht
von Steirischem Akkordeon und Öschttiröler Hackbrett

2.
GROSSE VERWIRRUNG, hat man erst einmal die
heimeligen Stuben samt dazugehöriger Musik verlassen
barocke Lautenmusik, Balkan-Folklore, Popmusik (mehr schlecht als recht),
Jazz naja, Improvisation, Vihuelamusik, indische Ragas, Gurdjieff, autochthone Inuitmusik??

3.
Bartok, Pärt, Pirchner, Powell, Bialas, Britten, Piazolla usf.
nichts original

4.
ein paar Verrückte kennen gelernt, die sich eine Wahnsinns-Arbeit antun: für ein Instrument
zu komponieren, dessen verquere Idiomatik keinen normalen Satz erlaubt
(nix Schmalspurklavier, auch nicht aufgefettete Gitarre oder sonst irgendetwas)
zur Belohnung: eine gigantische Komponisten-Spielwiese unerforschter Klänge und Möglichkeiten

5.
Testreihen mit Radiergummis und Stricknadeln, diversen Stimmschlüsseln und
Bottelnecks, Zitherringe aus Plastik, Mammutzahn, Telefonwertkarten, Federkiel und
Horn, 3x wöchentlich Hirse essen (mit der Hoffnung auf robuste Fingernägel) und
ein Cembalobauer, der seit Jahren tüftelt und den Zitherbau revolutioniert

6.
im Übrigen macht es mir nach wie vor riesen Freude, mit befreundeten Musikanten in besagten
heimeligen Stuben zu sitzen und die dazugehörige Musik zu pflegen
bei einem Glas Wein

Statement

Porträt (music information center Austria)

Interview

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